Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 5)

Fünfte Etappe vom NC4K von Fürstenhagen nach Degeberga mit Fährfahrt von Swinemünde nach Ystad 192km, 1124hm, 07:12:48Std.

Der Sprung nach Skandinavien

Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht starteten wir mit Sonnenschein und einer liebevoll gepackten Lunchtüte unserer Gastgeber in Richtung Polen und schließlich zum Hafen. Unser heutiges Ziel: Skandinavien! Die Fähre von Swinemünde nach Ystad in Schweden wartete schon.

Die ersten 130 Kilometer der Tagesetappe führten uns über flaches Terrain, begleitet von bestem Wetter, das uns ein angenehmes Vorankommen ermöglichte. Schon bald überquerten wir die Grenze zu unserem fünften Land auf dieser Reise: Polen. Unterwegs trafen wir auf Fabio, mit dem wir gemeinsam bis zum Fährhafen weiterfuhren. Nach einem kurzen Stopp an einer Apotheke erreichten wir schließlich den Hafen, wo wir zusammen mit anderen Teilnehmern auf die Fähre rollten.

Vor uns lag eine etwa siebenstündige Überfahrt. Unsere Fahrräder verstauten wir zwischen Autos und Lastwagen, dann machten wir uns auf den Weg zum Deck. Für die Überfahrt hatten wir eine Kabine gebucht. Nach einer wohltuenden Dusche ließen wir uns im Bordrestaurant nieder und genossen das erste warme Essen im Sitzen und in aller Ruhe seit Rovereto. Gut gestärkt folgte ein erholsamer Mittagsschlaf in der Kabine.

Die Überfahrt verlief ruhig und bot Gelegenheit zur Regeneration. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir das schwedische Festland. Nach dem Verlassen der Fähre machten wir uns durch Ystad auf die Suche nach einem Supermarkt – eine kleine Herausforderung angesichts der neuen Produkte, der fremden Sprache und der ungewohnten Währung. Schließlich fanden wir, gut ausgestattet mit schwedischen Köstlichkeiten, den Weg zurück auf die Strecke in Richtung Unterkunft.

Noch etwa 65 Kilometer lagen vor uns, bevor wir das Hostel erreichten. Kurz vor dem Ziel mussten wir noch einen Geldautomaten finden, um die in Schweden üblichen Zusatzkosten für Bettwäsche und Handtücher bar zu begleichen. Dank moderner Navigation fanden wir rasch einen passenden Automaten.

Im Hostel angekommen, erwartete uns eine einfache, aber saubere Unterkunft mit Dusche und Toilette auf dem Flur sowie zwei gemütlichen Betten – genau das Richtige für Bikepacker wie uns. Nach einer Dusche und einer kleinen Mahlzeit war es auch schon Zeit, ins Bett zu gehen, denn am nächsten Tag standen erneut über 300 Kilometer auf dem Programm. Das Ziel: Gränna und damit das Erreichen von Gate Nummer drei.

Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 4)

Vierte Etappe vom NC4K von Colditz nach Fürstenhagen 321,49km, 1125hm, 12:50:42Std.

Nach dem Start in Colditz führte uns die vierte Etappe in Richtung Berlin, mit dem Ziel, uns dort den zweiten Stempel für unsere Reise abzuholen. Der Tag begann freundlich: Bei etwas Sonnenschein und trockener Straße rollten wir zunächst entspannt in Richtung Hauptstadt. Die Strecke war überwiegend flach, was ein zügiges Vorankommen ermöglichte.

Eine kleine Kaffeepause sorgte für die nötige Erfrischung, bevor wir unsere Fahrt munter fortsetzten. Bald schon tauchte die Silhouette Berlins vor uns auf. Doch wie es für eine Großstadt typisch ist, zog sich die Durchfahrt in die Länge. Vorbei an der Siegessäule näherten wir uns langsam dem Brandenburger Tor, wo wir schließlich den zweiten Stempel entgegennahmen und ein schnelles Erinnerungsfoto schossen.

Kaum war dies erledigt, überraschte uns Berlin mit einem kräftigen Regenschauer. Wir suchten Schutz unter einer Brücke und warteten das Schlimmste ab. Nachdem wir unsere Regenkleidung angelegt hatten, setzten wir die Fahrt fort – der Weg hinaus aus der Stadt erwies sich als genauso mühsam wie der Weg hinein. Viel Verkehr, zahlreiche Ampeln und etliche Glasscherben erschwerten das Vorankommen. Doch nach einigen Kilometern lichtete sich das Stadtbild und wir erreichten wieder ländlichere Gegenden. Entlang eines Kanals genossen wir das schöne Wetter und das besondere Licht, das die Natur in eine wohltuende Stimmung tauchte.

Am Abend erreichten wir schließlich unser Hotel in Fürstenhagen. Dort folgte das inzwischen wohlvertraute Ankunftsritual: Wäsche waschen, essen und einen Blick auf die bevorstehende Etappe werfen. Die Nachtruhe war willkommen – und die Entscheidung, stets in festen Unterkünften zu übernachten, erwies sich als richtig. So konnte zumindest der ohnehin knappe Schlaf einigermaßen erholsam und regenerativ gestaltet werden.

Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 3)

Dritte Etappe vom NC4K, von Amberg nach Colditz 287km, 3419hm, 12:52:10Std

Der Tag begann vielversprechend, die Sonne schien und die Temperaturen waren angenehm mild. Nach einem kurzen technischen Check der Fahrräder machten wir uns bereit für die bevorstehende Etappe. Bereits kurz nach dem Start trafen wir auf Fabio, dem wir im weiteren Verlauf der Fahrt immer wieder begegnen sollten.

Wie bereits an den Vortagen mussten wir auch diesmal einige Zeit auf den ersten Kaffee warten. Erst nach fast 70 Kilometern fanden wir eine Bäckerei mit kleinem Shop, der uns die ersehnte Pause ermöglichte – und auch hier trafen wir wieder auf Fabio, der sich ebenfalls ein ausgiebiges Frühstück schmecken ließ. Besonders hervorzuheben war die Freundlichkeit der Damen hinter der Theke, die uns einen frischen Quark mit Obst und Müsli zubereiteten – ein echtes Highlight und eine willkommene Stärkung für die kommenden Kilometer.

Gut gestärkt und mit aufgefüllten Vorräten setzten wir unsere Fahrt fort. Die Route führte uns dieses Mal sogar ein Stück durch Tschechien. In Cheb mussten wir uns durch Kopfsteinpflaster und Baustellen kämpfen, was die Fahrt auf den teils holprigen Straßen zu einer kleinen Herausforderung machte. Doch nach diesen ruppigen Abschnitten ging es bald wieder zurück nach Deutschland.

Zurück auf deutschem Boden wurden wir erstmals von Zuschauern an der Strecke angefeuert – ein schönes Zeichen, dass wir im Rennen richtig angekommen waren und die Motivation weiter stieg. Trotz aller positiven Eindrücke blieb das Wetter wechselhaft: Immer wieder zogen kräftige Regenschauer über uns hinweg und stellten uns vor zusätzliche Herausforderungen.

Nach insgesamt 287 Kilometern und beachtlichen 3420 Höhenmetern erreichten wir schließlich Colditz. Die Suche nach unserer Unterkunft zog sich noch etwas hin, doch schließlich fanden wir eine schöne Ferienwohnung direkt unterhalb des imposanten Schlosses. Vor dem verdienten Feierabend stand noch ein Abstecher zur nächsten Tankstelle an, um das Abendessen und das Frühstück für den nächsten Tag zu besorgen. Nach einer erfrischenden Dusche und dem Waschen der Kleidung ließen wir den ereignisreichen Tag ausklingen und fielen müde, aber zufrieden ins Bett.

Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 2)

Zweite Etappe NC4K von Mittenwald nach Amberg 317km, 2401hm, 13:15:54Std

Nach einer gefühlt viel zu kurzen Nacht klingelte um kurz vor fünf der Wecker. Müde, aber entschlossen, hieß es, raus aus den Federn, etwas essen, die Räder packen und sich direkt wieder in den Regen begeben, der uns schon am Vorabend begleitet hatte.

Das Tagespensum war anspruchsvoll: 317 Kilometer und 2400 Höhenmeter lagen vor uns. Außerdem erwartete uns der erste Stempel in München. Immerhin waren die Klamotten einigermaßen trocken, doch das sollte nicht lange so bleiben – der Regen war ein treuer Begleiter.

Nach einem kurzen Check – frisches Öl auf die Kette – machten wir uns auf den Weg zurück zu dem Punkt, an dem wir am Vorabend die Strecke verlassen hatten. Dort starteten wir in die zweite Etappe in Richtung München. Die Landschaft bot viel Abwechslung und herrliche Ausblicke. Besonders in Erinnerung blieb die Passage am Sylvensteinspeicher, wo uns plötzlich Fritz Meinecke überholte.

Für zusätzliche Motivation sorgten Freunde von Jörg, die uns unterwegs anfeuerten und dass ein oder andere kleine „Guddi“ dabeihatten. Doch auch an diesem Tag blieben wir nicht trocken – zeitweise zwang uns ein heftiges Gewitter dazu, Schutz zu suchen und uns unterzustellen.

Kurz vor Gate 1 in München stellte ich fest, dass mein Vorderrad schwammig wurde – der erste Platten der Tour kündigte sich an. Glücklicherweise war es bis zum Checkpoint nicht mehr weit, sodass wir ohne zusätzliche Pause das Gate erreichten. Dort gab es den ersten Stempel, und während ich den Schlauch flickte – ein kleiner Splitter hatte sich in den Mantel gebohrt –, sorgte Jörg für den ersten Kaffee des Tages. Darauf, dass dies mein einziger Defekt auf der gesamten Tour bleiben sollte, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht gewettet.

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter. Es zeichnete sich bereits ab, dass es auf dieser Tour nicht immer leicht sein würde, an den ersten Kaffee zu kommen – manchmal mussten wir bis zu 120 Kilometer dafür fahren.

In einer Bäckerei deckten wir uns mit süßen Teilchen und belegten Brötchen ein, um für die verbleibenden gut 200 Kilometer am Tag gerüstet zu sein. Da es Sonntag war, nutzten wir auf dem Weg nach Amberg die ein oder andere Tankstelle, um die Vorräte aufzufüllen. Mit zunehmend besserem Wetter erreichten wir am Abend unser Hotel in Amberg.

Nach kurzer Schlüsselsuche bezogen wir unser Zimmer, das schon eine deutliche Verbesserung zur vorherigen Unterkunft darstellte. Die Routine des Ankommens setzte ein: Wäsche waschen, elektronische Geräte laden, duschen und essen. Schließlich fielen wir müde ins Bett und wünschten uns eine erholsame Nacht.

Ingo und Jörg