Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 4)

Vierte Etappe vom NC4K von Colditz nach Fürstenhagen 321,49km, 1125hm, 12:50:42Std.

Nach dem Start in Colditz führte uns die vierte Etappe in Richtung Berlin, mit dem Ziel, uns dort den zweiten Stempel für unsere Reise abzuholen. Der Tag begann freundlich: Bei etwas Sonnenschein und trockener Straße rollten wir zunächst entspannt in Richtung Hauptstadt. Die Strecke war überwiegend flach, was ein zügiges Vorankommen ermöglichte.

Eine kleine Kaffeepause sorgte für die nötige Erfrischung, bevor wir unsere Fahrt munter fortsetzten. Bald schon tauchte die Silhouette Berlins vor uns auf. Doch wie es für eine Großstadt typisch ist, zog sich die Durchfahrt in die Länge. Vorbei an der Siegessäule näherten wir uns langsam dem Brandenburger Tor, wo wir schließlich den zweiten Stempel entgegennahmen und ein schnelles Erinnerungsfoto schossen.

Kaum war dies erledigt, überraschte uns Berlin mit einem kräftigen Regenschauer. Wir suchten Schutz unter einer Brücke und warteten das Schlimmste ab. Nachdem wir unsere Regenkleidung angelegt hatten, setzten wir die Fahrt fort – der Weg hinaus aus der Stadt erwies sich als genauso mühsam wie der Weg hinein. Viel Verkehr, zahlreiche Ampeln und etliche Glasscherben erschwerten das Vorankommen. Doch nach einigen Kilometern lichtete sich das Stadtbild und wir erreichten wieder ländlichere Gegenden. Entlang eines Kanals genossen wir das schöne Wetter und das besondere Licht, das die Natur in eine wohltuende Stimmung tauchte.

Am Abend erreichten wir schließlich unser Hotel in Fürstenhagen. Dort folgte das inzwischen wohlvertraute Ankunftsritual: Wäsche waschen, essen und einen Blick auf die bevorstehende Etappe werfen. Die Nachtruhe war willkommen – und die Entscheidung, stets in festen Unterkünften zu übernachten, erwies sich als richtig. So konnte zumindest der ohnehin knappe Schlaf einigermaßen erholsam und regenerativ gestaltet werden.

Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 3)

Dritte Etappe vom NC4K, von Amberg nach Colditz 287km, 3419hm, 12:52:10Std

Der Tag begann vielversprechend, die Sonne schien und die Temperaturen waren angenehm mild. Nach einem kurzen technischen Check der Fahrräder machten wir uns bereit für die bevorstehende Etappe. Bereits kurz nach dem Start trafen wir auf Fabio, dem wir im weiteren Verlauf der Fahrt immer wieder begegnen sollten.

Wie bereits an den Vortagen mussten wir auch diesmal einige Zeit auf den ersten Kaffee warten. Erst nach fast 70 Kilometern fanden wir eine Bäckerei mit kleinem Shop, der uns die ersehnte Pause ermöglichte – und auch hier trafen wir wieder auf Fabio, der sich ebenfalls ein ausgiebiges Frühstück schmecken ließ. Besonders hervorzuheben war die Freundlichkeit der Damen hinter der Theke, die uns einen frischen Quark mit Obst und Müsli zubereiteten – ein echtes Highlight und eine willkommene Stärkung für die kommenden Kilometer.

Gut gestärkt und mit aufgefüllten Vorräten setzten wir unsere Fahrt fort. Die Route führte uns dieses Mal sogar ein Stück durch Tschechien. In Cheb mussten wir uns durch Kopfsteinpflaster und Baustellen kämpfen, was die Fahrt auf den teils holprigen Straßen zu einer kleinen Herausforderung machte. Doch nach diesen ruppigen Abschnitten ging es bald wieder zurück nach Deutschland.

Zurück auf deutschem Boden wurden wir erstmals von Zuschauern an der Strecke angefeuert – ein schönes Zeichen, dass wir im Rennen richtig angekommen waren und die Motivation weiter stieg. Trotz aller positiven Eindrücke blieb das Wetter wechselhaft: Immer wieder zogen kräftige Regenschauer über uns hinweg und stellten uns vor zusätzliche Herausforderungen.

Nach insgesamt 287 Kilometern und beachtlichen 3420 Höhenmetern erreichten wir schließlich Colditz. Die Suche nach unserer Unterkunft zog sich noch etwas hin, doch schließlich fanden wir eine schöne Ferienwohnung direkt unterhalb des imposanten Schlosses. Vor dem verdienten Feierabend stand noch ein Abstecher zur nächsten Tankstelle an, um das Abendessen und das Frühstück für den nächsten Tag zu besorgen. Nach einer erfrischenden Dusche und dem Waschen der Kleidung ließen wir den ereignisreichen Tag ausklingen und fielen müde, aber zufrieden ins Bett.

Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 2)

Zweite Etappe NC4K von Mittenwald nach Amberg 317km, 2401hm, 13:15:54Std

Nach einer gefühlt viel zu kurzen Nacht klingelte um kurz vor fünf der Wecker. Müde, aber entschlossen, hieß es, raus aus den Federn, etwas essen, die Räder packen und sich direkt wieder in den Regen begeben, der uns schon am Vorabend begleitet hatte.

Das Tagespensum war anspruchsvoll: 317 Kilometer und 2400 Höhenmeter lagen vor uns. Außerdem erwartete uns der erste Stempel in München. Immerhin waren die Klamotten einigermaßen trocken, doch das sollte nicht lange so bleiben – der Regen war ein treuer Begleiter.

Nach einem kurzen Check – frisches Öl auf die Kette – machten wir uns auf den Weg zurück zu dem Punkt, an dem wir am Vorabend die Strecke verlassen hatten. Dort starteten wir in die zweite Etappe in Richtung München. Die Landschaft bot viel Abwechslung und herrliche Ausblicke. Besonders in Erinnerung blieb die Passage am Sylvensteinspeicher, wo uns plötzlich Fritz Meinecke überholte.

Für zusätzliche Motivation sorgten Freunde von Jörg, die uns unterwegs anfeuerten und dass ein oder andere kleine „Guddi“ dabeihatten. Doch auch an diesem Tag blieben wir nicht trocken – zeitweise zwang uns ein heftiges Gewitter dazu, Schutz zu suchen und uns unterzustellen.

Kurz vor Gate 1 in München stellte ich fest, dass mein Vorderrad schwammig wurde – der erste Platten der Tour kündigte sich an. Glücklicherweise war es bis zum Checkpoint nicht mehr weit, sodass wir ohne zusätzliche Pause das Gate erreichten. Dort gab es den ersten Stempel, und während ich den Schlauch flickte – ein kleiner Splitter hatte sich in den Mantel gebohrt –, sorgte Jörg für den ersten Kaffee des Tages. Darauf, dass dies mein einziger Defekt auf der gesamten Tour bleiben sollte, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht gewettet.

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter. Es zeichnete sich bereits ab, dass es auf dieser Tour nicht immer leicht sein würde, an den ersten Kaffee zu kommen – manchmal mussten wir bis zu 120 Kilometer dafür fahren.

In einer Bäckerei deckten wir uns mit süßen Teilchen und belegten Brötchen ein, um für die verbleibenden gut 200 Kilometer am Tag gerüstet zu sein. Da es Sonntag war, nutzten wir auf dem Weg nach Amberg die ein oder andere Tankstelle, um die Vorräte aufzufüllen. Mit zunehmend besserem Wetter erreichten wir am Abend unser Hotel in Amberg.

Nach kurzer Schlüsselsuche bezogen wir unser Zimmer, das schon eine deutliche Verbesserung zur vorherigen Unterkunft darstellte. Die Routine des Ankommens setzte ein: Wäsche waschen, elektronische Geräte laden, duschen und essen. Schließlich fielen wir müde ins Bett und wünschten uns eine erholsame Nacht.

Ingo und Jörg

Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 1)

Erste Etappe vom NC4K, von Rovereto nach Mittenwald 277km, 2756hm, 12:14:19Std

Der Start meines Abenteuers: Von Rovereto Richtung Nordkap

Am 26.07.2025 um 08:00 Uhr war es endlich soweit, nach über sieben Monaten intensiver Vorbereitung fiel der Startschuss zu meinem bislang größten Radabenteuer.
Bereits am Sonntag, dem 20.07.2025, reiste ich mit dem Auto nach Rovereto an. Diese Zeit vor dem Rennen nutzte ich, um ein wenig zur Ruhe zu kommen, einen Friseur aufzusuchen, ausreichend Schlaf zu finden und gutes Essen zu genießen. Unter anderem unternahm ich eine entspannte Radtour zum Gardasee und ließ mir das „dolce Vita“ schmecken. Für Donnerstag war geplant, dass Sandra, Jörg und Emi mit der Bahn nachkommen sollten. Aufgrund eines Murenabgangs am Brenner fuhr jedoch keine Bahn über Innsbruck hinaus. Also sprang ich ins Auto, fuhr nach Innsbruck und sammelte die drei samt Rädern ein, sodass wir pünktlich um 20:00 Uhr gemeinsam in einer Pizzeria in Rovereto saßen und Pizza und Pasta genossen. Im Anschluss machten wir noch einen Spaziergang durch Rovereto – ein leckeres Eis durfte dabei natürlich nicht fehlen.
Am Freitag stand die Startnummernausgabe und das offizielle Briefing zum NC4K auf dem Programm. Dabei hatte ich endlich Gelegenheit, Madlen persönlich kennenzulernen, mit der ich zuvor nur per Instagram und WhatsApp Kontakt hatte. Unsere Aufregung war deutlich spürbar. Außerdem traf ich Neil wieder, den ich am Tag zuvor kennengelernt hatte – er war extra aus Australien angereist, was mich sehr beeindruckte. Besonders faszinierend fand ich, dass Teilnehmer aus insgesamt 45 Nationen am Start waren.
Nach einer kurzen Nacht ging es am frühen Morgen zum Start. Sandra und Emi kamen mit dem Auto nach, um uns für die lange Reise zu verabschieden. Vor Ort trafen wir erneut auf Neil, Madlen und Fritz. Gemeinsam fieberten wir dem großen Moment entgegen. Zusammen mit 350 weiteren Athletinnen und Athleten begaben wir uns schließlich um 08:00 Uhr auf die 4000 Kilometer lange Reise Richtung Nordkap – ein Ziel, das zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt und kaum greifbar erschien.
Leichter Nieselregen begleitete uns zum Start, doch die Stimmung blieb hervorragend. Gemächlich rollten wir aus Rovereto hinaus, zwischen hohen Bergen und weiten Obstfeldern. Es ging zunächst flach Richtung Brenner und Österreich. Als das Wetter besser wurde, konnten wir die Regenklamotten ausziehen – nicht ahnend, dass wir sie während der gesamten Tour noch oft brauchen würden. In Bozen überraschten uns Freunde aus dem Verein, die zuvor das Giro Dolomiti gefahren waren. Nach einem kurzen Austausch fuhren wir weiter.
Für den heutigen Tag standen 277 Kilometer und knapp 2800 Höhenmeter bis nach Mittenwald auf dem Plan. Nachdem wir den Brenner erreicht hatten, führte die Strecke über mehrere Stunden kontinuierlich bergauf. Oben angekommen, setzte erneut Regen ein, der uns bis nach Mittenwald begleiten sollte. Also wieder hinein in die Regenkleidung und einfach immer weiterfahren. Durch Innsbruck hindurch bewegten wir uns dem Etappenziel entgegen, mussten jedoch zuvor noch eine Einkaufsmöglichkeit finden. In Telfs, kurz vor dem Buchenpass, konnten wir uns und einige andere Teilnehmer an einer Tankstelle mit dem Nötigsten versorgen.
Gestärkt starteten wir in den 5,6 Kilometer langen und durchschnittlich 8,9 % steilen Anstieg. Inzwischen war es dunkel, und wir kämpften uns durch starken Regen bis nach Mittenwald. Nach weiteren 30 Kilometern erreichten wir schließlich unser Ziel und die erste Unterkunft. Diese begrüßte uns mit dem Charme der 70er Jahre – einfach, aber mit allem ausgestattet, was wir brauchten. Auf der Heizung versuchte ich meine nassen Klamotten und Schuhe zu trocknen. Nach einer heißen Dusche und einem spartanischen Abendessen fielen wir erschöpft, aber zufrieden in die Betten und in den Schlaf.

Ein typischer Einkauf, um alle Speicher wieder zu füllen