Zwölfte Etappe vom NC4K von Svartbyn nach Voujärvi 258,40km 1.667hm 11:12:59Std
Der Sprung nach Finnland und das vierte Gate
Das Ziel rückte langsam in greifbare Nähe. Heute stand uns ein besonderer Tag bevor, wir würden Schweden hinter uns lassen und das siebte Land unserer Reise, Finnland, erreichen. Obwohl das Wetter abermals wechselhaft war, versprach der Tag einen weiteren Höhepunkt – das letzte Gate in Rovaniemi und damit den vorletzten Stempel für unser Roadbook vor dem Nordkap.
Im Gegensatz zu den letzten Tagen mussten wir diesmal nicht lange auf die erste Pause warten. Bereits nach zehn Kilometern, in Överkalix, konnten wir im Einkaufscenter einkaufen und einen Kaffee genießen. Dort trafen wir auch auf zwei weitere Teilnehmer der Tour. Nach dieser kurzen Stärkung setzten wir unsere Fahrt Richtung finnische Grenze und Rovaniemi fort.
Kurz vor der Grenze legten wir noch einen Stopp an einer Tankstelle ein, um eine Kleinigkeit zu essen. Diese Pause erwies sich als Glücksgriff, denn wenig später zog ein heftiges Gewitter auf, das sogar dafür sorgte, dass wir kurzfristig im Dunkeln saßen. Nachdem das Unwetter vorübergezogen war, setzten wir unsere Fahrt fort und rollten schließlich nach Finnland hinein. Zunächst änderte sich kaum etwas, sodass wir unbeschwert weiter radelten.
Erst nach einer Weile fiel uns auf, dass wir in eine andere Zeitzone gewechselt waren – Finnland liegt in der Zeitzone CET+1, und so wurde uns eine Stunde „gemopst“.
Am späten Nachmittag war es dann endlich so weit, wir erreichten Rovaniemi, das vierte Gate und zugleich den Polarkreis. Es war ein unglaubliches Gefühl, mit dem Fahrrad so weit gekommen zu sein. Nach dem wohlverdienten Stempel für unser Roadbook luden wir den letzten Track der Tour auf unser Garmin – nun waren es tatsächlich nur noch rund 700 Kilometer bis zum Ziel am Nordkap. Dieser Gedanke war kaum zu fassen.
Obwohl der Weihnachtsmann vermutlich sogar zu Hause war – schließlich befanden wir uns ja in Rovaniemi, seiner offiziellen Residenz –, blieb uns leider erneut keine Zeit für einen kurzen Plausch mit ihm. Dabei hätte ich durchaus Gesprächsbedarf gehabt, denn rückblickend auf meine Kindheit fällt mir doch das ein oder andere Geschenk ein, das nicht ganz so ausgeliefert wurde, wie ich es mir damals gewünscht hatte. Es wäre also vielleicht an der Zeit gewesen, dem Weihnachtsmann persönlich die eine oder andere Rückmeldung zu geben.
Also setzten wir unsere Fahrt fort, nicht ohne die nächstgelegene Tankstelle zu plündern und machten uns auf die etwa 60 Kilometer bis nach Voujärvi. Auf diesem Abschnitt begleiteten uns nicht nur einige Rentiere, sondern auch die Sonne, die uns ein Stück des Weges wärmte. Die Unterkunft lag etwas abseits der Strecke und machte zunächst einen leicht unheimlichen Eindruck. Doch die freundliche Gastgeberin empfing uns herzlich, und wo sollte man besser in eine Sauna gehen als in Finnland? Sie hatte extra die Sauna und den Hottube für uns angeheizt – ein Angebot, das wir nicht ausschlagen konnten. So gönnten wir uns eine Stunde Entspannung in der Sauna und im Pool.
Am Abend planten wir die letzten drei Etappen unserer Reise. Es wurde immer klarer, das Nordkap ist zum Greifen nah – wir kommen!

