Jenaer Kernberglauf am 18.10.2008

Kernberglauf

Beim Plausch im Schwimmtraining stellten Roland und ich überrascht fest, dass wir beide dieses Jahr im fernen Jena zum Kernberglauf antreten wollen. Für Roland war es ein Ausflug mit seiner Lauftreff-Gruppe, verbunden mit Kultur und Besichtigungen vor Ort. Er hatte sich auf die 27km Strecke vorbereitet und wollte dabei die landschaftlich schöne Strecke genießen.

Für mich ging es dabei um die landschaftlich nicht weniger schöne 15km lange Strecke als letzte Vorbereitung für den bevorstehenden Frankfurt-Marathon.

 

Kernberglauf

 

 

 

Am Samstag, den 18.10.2008 um 11 Uhr fiel dann auch der Startschuss.

Wir hatten bezauberndes Herbstwetter bei viel Sonne und milden Temperaturen. Die Laufstrecke an sich ist sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll, so dass jeder Sportler etwas geboten bekommt.

Belohnt wird man zusätzlich durch herrliche Ausblicke auf Jena und das Saaletal.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Kernberglauf - Start & Ziel

 

 

 

 

 

 Start und Ziel sind im Stadiongelände des FC Carl Zeiss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geographisch liegt Jena mitten im Saaletal umgeben von zahlreichen Bergen, den Kernbergen, die dem Lauf auch seinen Namen geben.

 

Zuerst geht es über asphaltierte Strassen ein kleines Stück durch die Stadt und auf Waldwegen weiter hinauf in die Kernberge.

Bis hierher ging es stetig bergan und bei ca. Kilometer 5 teilt sich dann die Strecke in 15/27km auf. An dieser Stelle wartete dann auch für uns beide ein knackiger Anstieg von rund 400m Länge hinauf auf die mittlere Horizontale.

Für Roland ging es dabei nach links und für mich nach rechts hinauf zur Verpflegungsstelle, die Roland erst im späteren Verlauf erreichen wird. Die mittlere Horizontale ist ein kleiner Pfad im Hang der Kernberge von teilweise nur einem Meter breite. Ein Überholen des Vordermann / -frau ist dort an einigen Stellen gar nicht möglich.

Auf diesem Pfad ging es dann weiter hinunter zum südlichen Ausläufer, wo auf Roland der zweite knackige Anstieg gleicher Güte auf ihn wartete. Oben angekommen führte die Strecke auf Wald- und Wanderwegen wieder zurück zur Verpflegungsstelle, die ich zu diesem Zeitpunkt bereits passiert hatte.

Kleinen Pfaden folgend ging es dann langsam aber allmählich wieder hinunter in die Stadt. Jedoch war hier nochmals höchste Konzentration und Trittsicherheit gefordert, um nicht wertvolle Sekunden an einer Baumwurzel zu verlieren.

 

Endlich wieder Asphalt unter den Füßen konnte zum Schluss noch mal richtig Tempo gemacht werden, bis es ins Ernst-Abbe-Sportfeld hinein ging.

Nach einer ¾ Runde auf der Laufbahn unter Anfeuerung der zahlreichen Zuschauer hatten wir dann auch das Ziel erreicht.

 

Alles in allen erlebten wir bei herrlichem Wetter eine gut organisierte Veranstaltung. Auch Roland war von der Strecke und dem Wettkampf begeistert.

Wer nicht gerade auf eine Bestzeit aus ist und gerne eine abwechslungsreiche und zugleich anspruchsvolle Strecke in der Natur mag ist hier genau richtig.

In der Innenstadt gibt es jede menge kleine Kneipen und Sehenswürdigkeiten, die ebenfalls einen Besuch lohnen.

 

Kernberglauf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 Strecke  Rang  Name  Jg  Klasse  Platz  Platz  Zeit   SrtNr
 27km  258  Gutjahr, Roland  45  M60  4  238  2:41:03,8  5051
 15km  50  Hauck, Thomas  75  M30  8  50  1:09:34,3  4759

 

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Darf ich Ihnen das Wasser reichen…? Erfahrungsbericht als Helfer beim IMG 08

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Was kann man so machen, wenn man als Triathlet mal nicht am längsten Tag des Jahres mit einer Startnummer durch die Gegend rennt?

Zuschauen? – Kann man machen, ist aber auf die Dauer recht passiv

Zuschauen und Teilnehmen? – Na klar, als Helfer mit Vollkontakt.

So ergriff ich die Chance, mal auf der anderen Seite zu stehen und den langen Tag nicht zur Durststrecke für die Athleten werden zu lassen. Mikel und Meike, denen ich an dieser Stelle noch mal meinen großen Respekt aussprechen möchte, hatten die Organisation eines Verpflegungsstandes auf der Laufstrecke ca. 1,5 km vor dem Ziel übernommen. Dort meldete ich mich als Helfer an, mit dem Wunsch, Wasser anreichen zu dürfen. Ich hatte schon den Hintergedanken, daß ich mich dann wenigstens nicht mit klebriger Cola, Red Bull oder dem isotonischen Getränk vollkleckern würde und der aalbabbische Liebling aller Wespen und Ameisen werden würde. Ich stellte aber bald fest, daß es wichtiger ist, welches Wort am leichtesten zigtausendmal über Stunden auszusprechen ist.

Glücklicherweise ist der Ironman international, Variationen sind also durchaus erwünscht. Wie heißt Wasser eigentlich auf japanisch?

Apropos Japaner – gerade die Japaner haben für einen kurzfristigen Versorgungsengpaß am Wasser- und am Eisstand gesorgt. Während eine japanische Starterin auf unseren Stand zulief, wurde sie von einem Landsmann überholt. Während des Überholvorganges zückte der gute Mann doch tatsächlich eine Einwegkamera und fotografierte lächelnd seine Sportkollegin. Wenn das kein gelebtes Klischee ist, weiß ich es auch nicht. Peter am Eisstand und ich am Wasserstand konnten leider die nächsten 10 Sportler nicht bedienen, weil wir vor Lachen die Inhalte der Plastikbecher verschütteten.

Plastikbecher verschütten – das ist auch so eine Geschichte für sich. Würde ich die Koordinationsfähigkeit und Motorik von Triathleten testen müssen, ließe ich sie am Wasserstand nach Bechern greifen. Die Methodik reicht da von nahezu tropfenfreier Becheraufnahme bis zur kompletten Zerstörung des Gefäßes. Wie die Sportkollegen ohne Anreichung, also direkt vom Tisch, zu dem köstlichen Naß gekommen wären, mag ich mir nicht vorstellen. Wir haben ja so ein Beispiel eines Hochleistungsgreifers im eigenen Verein…“Darf ich schon mal abräumen….?“

Und das Thema Greifen hat noch weitere Aspekte: Runde für Runde gelang es, die Läufer so zu konditionieren, daß sich die Hand bei dem Wort „Wasser“ sofort zum Greifen öffnete, ob der Triathlet wollte oder nicht. Pawlow hatte recht.

Ob apathisch kalkgesichtig dahinstolpernd oder hochkonzentrierte Gazellenhaftigkeit im Schritt, Wasser ging immer. Vielleicht lag es auch an der marktschreierischen Anpreisung des Lebenselexiers, die die Sportler beflügelte, entweder kam ein Lächeln oder eine Tempoverschärfung – oder beides. Peter meinte, es wäre eher ein Fluchtreflex – ich habe mir eher ein Surfen auf meinem Wortschwall vorgestellt.

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Ich hätte auch nie gedacht, daß man direkt am Wasserstand dem Verdursten nah sein könnte. Wenn mich irgendjemand mal fragen sollte, wie sich Vollbeschäftigung anfühlt, würde ich ihm den Wasserstand auf der Laufstrecke des Ironman empfehlen. Man hat es die ganze Zeit vor Augen, aber selbst mal einen Schoppen zu nehmen, kann schwierig werden. Da lief mir buchstäblich das Wasser im Munde zusammen.

Wenn ich jetzt einige Leser mit wässrigen Mündern nach einer Helfertätigkeit zurücklassen muß, würde es mich freuen. Außer schweren Armen sind viele schöne Erinnerungen geblieben – Zuschauen und Mitmachen ist toll!