Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 2)

Zweite Etappe NC4K von Mittenwald nach Amberg 317km, 2401hm, 13:15:54Std

Nach einer gefühlt viel zu kurzen Nacht klingelte um kurz vor fünf der Wecker. Müde, aber entschlossen, hieß es, raus aus den Federn, etwas essen, die Räder packen und sich direkt wieder in den Regen begeben, der uns schon am Vorabend begleitet hatte.

Das Tagespensum war anspruchsvoll: 317 Kilometer und 2400 Höhenmeter lagen vor uns. Außerdem erwartete uns der erste Stempel in München. Immerhin waren die Klamotten einigermaßen trocken, doch das sollte nicht lange so bleiben – der Regen war ein treuer Begleiter.

Nach einem kurzen Check – frisches Öl auf die Kette – machten wir uns auf den Weg zurück zu dem Punkt, an dem wir am Vorabend die Strecke verlassen hatten. Dort starteten wir in die zweite Etappe in Richtung München. Die Landschaft bot viel Abwechslung und herrliche Ausblicke. Besonders in Erinnerung blieb die Passage am Sylvensteinspeicher, wo uns plötzlich Fritz Meinecke überholte.

Für zusätzliche Motivation sorgten Freunde von Jörg, die uns unterwegs anfeuerten und dass ein oder andere kleine „Guddi“ dabeihatten. Doch auch an diesem Tag blieben wir nicht trocken – zeitweise zwang uns ein heftiges Gewitter dazu, Schutz zu suchen und uns unterzustellen.

Kurz vor Gate 1 in München stellte ich fest, dass mein Vorderrad schwammig wurde – der erste Platten der Tour kündigte sich an. Glücklicherweise war es bis zum Checkpoint nicht mehr weit, sodass wir ohne zusätzliche Pause das Gate erreichten. Dort gab es den ersten Stempel, und während ich den Schlauch flickte – ein kleiner Splitter hatte sich in den Mantel gebohrt –, sorgte Jörg für den ersten Kaffee des Tages. Darauf, dass dies mein einziger Defekt auf der gesamten Tour bleiben sollte, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht gewettet.

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter. Es zeichnete sich bereits ab, dass es auf dieser Tour nicht immer leicht sein würde, an den ersten Kaffee zu kommen – manchmal mussten wir bis zu 120 Kilometer dafür fahren.

In einer Bäckerei deckten wir uns mit süßen Teilchen und belegten Brötchen ein, um für die verbleibenden gut 200 Kilometer am Tag gerüstet zu sein. Da es Sonntag war, nutzten wir auf dem Weg nach Amberg die ein oder andere Tankstelle, um die Vorräte aufzufüllen. Mit zunehmend besserem Wetter erreichten wir am Abend unser Hotel in Amberg.

Nach kurzer Schlüsselsuche bezogen wir unser Zimmer, das schon eine deutliche Verbesserung zur vorherigen Unterkunft darstellte. Die Routine des Ankommens setzte ein: Wäsche waschen, elektronische Geräte laden, duschen und essen. Schließlich fielen wir müde ins Bett und wünschten uns eine erholsame Nacht.

Ingo und Jörg