Meine Reise von Rovereto ans Nordkap beim NC4K 2025 (Tag 11)

Elfte Etappe vom NC4K. Von Svansele-Svartbyn 278,66km 2.038hm 11:54:52Std.

Regen, Überraschungen und die Gemeinschaft der Fahrer

Oh, welch Wunder, auch der elfte Tag begrüßte uns mit anhaltendem Regen. Die Worte von Fritz kamen mir in den Sinn: In solchen Situationen hilft nur harte Akzeptanz. Also akzeptierten wir das Wetter, schlüpften in unsere Regenklamotten und machten uns auf den Weg. Die nächste Einkaufsmöglichkeit sollte sich erst nach 130 Kilometern in Älvsbyn bieten – ein Umstand, der die Motivation bei strömendem Regen nicht gerade steigerte.

Doch bereits nach etwa 20 Kilometern, kurz vor Hornsträsk, erlebten wir eine unerwartete und überaus angenehme Überraschung. Während wir gerade einen kurzen Anstieg bewältigten, rief uns eine freundliche Dame mit unseren Namen zu: „Jörg und Ingo, wollt ihr einen Kaffee?“ Einen Moment lang waren wir irritiert – kannten wir sie? Mir persönlich war niemand in Schweden bekannt. Es stellte sich heraus, dass es sich um Erika handelte, die vor Jahren mit ihrem Mann nach Schweden ausgewandert war. Ihre Haustür lag direkt an der Strecke, und dank der Tracking-App wusste sie genau, wann wir vorbeikommen würden. Die Einladung kam wie gerufen: Ich konnte zwei köstliche Kaffees genießen, und auch Guillaume aus Frankreich gesellte sich zu unserer kleinen Runde.

Nach einem kurzen und herzlichen Plausch setzten wir unsere Fahrt in Richtung Älvsbyn fort. Auf dem weiteren Weg trafen wir wieder auf Fritz, und gemeinsam trotzten wir Wind und Wetter. Die Unterhaltung war angenehm, sodass die Kilometer wie im Flug vergingen. Irgendwann fuhr jeder wieder in seinem eigenen Tempo. Nach einer weiteren kurzen Pause und dem Ablegen der Regenkleidung setzte ich die Fahrt gemeinsam mit Jörg fort.

In Älvsbyn angekommen, waren sowohl unsere Rucksäcke als auch unsere Mägen leer. Wir plünderten den Supermarkt, füllten unsere Vorräte mit Gummibärchen, Keksen und weiteren Leckereien auf und machten uns anschließend auf die verbleibenden 150 Kilometer nach Svartbyn. In Morjärv stoppten wir nochmals in einem Supermarkt, um uns mit Proviant für das Abendessen und das Frühstück einzudecken.

Am Zielort in Svartbyn angekommen, erwartete uns ein schönes Zimmer und ein hilfsbereiter Gastgeber – und auch Fritz war wieder da. In einem kleinen Raum mit Waschmaschine und Heizlüfter versuchten wir, unsere nassen Klamotten und Schuhe zumindest einigermaßen zu trocknen.

Auf dem Zimmer planten wir die nächste Etappe nach Voujärvi. Zwei Highlights standen auf dem Programm: Zum einen sollten wir nach über 1.800 Kilometern Schweden verlassen und Finnland erreichen, zum anderen wartete in Rovaniemi das vierte Gate, an dem wir uns den vorletzten Stempel für unser Roadbook holen wollten.