Zehnte Etappe vom NC4K. Von Overhörnäs nach Svansele 293,42km 2.095hm 13:24:52Std.
Ein Tag voller Regen und Emotionen
Der Tag begann mit trübem und nasskaltem Wetter – ein starker Kontrast zur sonnigen Etappe des Vortags. Leider hielt der Regen den gesamten Tag über an. Glücklicherweise blieb die Temperatur mild, sodass die Nässe erträglich blieb; bei kälterem Wetter wäre die Fahrt sicherlich noch anstrengender ausgefallen.
Der Start in diesen Tag war für mich besonders emotional. Noch am Vorabend hatte ich neue Fotos unserer Hochzeit erhalten – ein Ereignis, das gerade einmal vier Wochen zurücklag. Beim Betrachten der Bilder wurde mir schmerzlich bewusst, wie sehr mir mein Schatz fehlte und wie weit entfernt ich momentan von ihr war. Der anhaltende Regen verstärkte meine gedrückte Stimmung zusätzlich. In diesem Moment konnte ich meine Gefühle nicht mehr zurückhalten: Ich musste einfach losweinen und ließ meinen Emotionen freien Lauf. Auch solche Augenblicke gehören zu einem Abenteuer wie diesem dazu – es ist oft eine wahre Achterbahn der Gefühle.
Unsere Route führte uns heute über mehr als 100 Kilometer, bevor wir in Fredrika endlich einen kleinen Laden für eine wohlverdiente Kaffeepause und zum Auffüllen unserer Vorräte fanden. Ein besonderes Highlight war das Gespräch mit der Verkäuferin, die vor Jahren aus der Schweiz nach Schweden ausgewandert war. So konnten wir uns auf Deutsch unterhalten. Nach einem stärkenden Kaffee, einem leckeren Sandwich und gut gefüllten Taschen setzten wir unsere Fahrt fort.
Doch die nächste Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten: Eine 11 Kilometer lange Baustelle mit sehr schwierigem Untergrund verlangte uns einiges ab. Da Fritz Meinecke bereits vor uns dort durchgefahren war und ein Foto von seinem platten Reifen gepostet hatte, waren wir gewarnt. Um eine Panne zu vermeiden, fuhren wir im Schritttempo durch die Baustelle. Die Passage war extrem anstrengend und zog sich gefühlt ewig, aber letztlich kamen wir ohne Zwischenfälle hindurch.
Im weiteren Verlauf der Strecke erwarteten uns lange, gerade Straßen und endlose Wälder. Das Wetter besserte sich weiterhin nicht, sodass wir die verbleibenden Kilometer bis zur Unterkunft eher routiniert hinter uns brachten. Nach einem kurzen Stopp zum Einkaufen erreichten wir schließlich Svansele, wo uns ein schönes Zimmer mit eigenem Bad erwartete. Eine Überraschung gab es noch: Fritz war unser Zimmernachbar. Wir kamen ins Gespräch, tauschten unsere bisherigen Erlebnisse aus und waren uns einig, dass der Regen langsam genug war – leider hatte die Natur andere Pläne, wie wir noch erfahren sollten.
Nach dem Plausch zogen wir uns zurück, planten die Route für die nächste Etappe nach Svartbyn (ca. 280 km), und wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass Fritz das gleiche Ziel gewählt hatte. Nach der üblichen Routine – Duschen, Wäsche und Abendessen – fielen wir erschöpft ins Bett und die Lichter gingen buchstäblich aus.
