Siebte Etappe NC4K von Gränna nach Söderbärke 313,90km 2.274hm 12:53:48Std.
Nach einer anspruchsvollen Strecke erreichten wir gestern Abend Gränna. Obwohl der Ort mit seinem Sonnenschein und den zahlreichen kleinen Geschäften zum Verweilen einlud, blieb uns leider keine Zeit für eine ausführlichere Erkundung. Aber genau solche Kompromisse gehören zu einer Tour wie dieser dazu: Wenn der Zeitplan eng ist und Schlaf sowie Regeneration im Vordergrund stehen, müssen Sightseeing und Genussmomente manchmal warten.
Ab diesem Abschnitt richteten wir die Länge unserer Tagesetappen gezielt nach den verfügbaren Unterkünften aus. Wir planten Strecken zwischen 280 und 320 Kilometern und suchten dabei nach Übernachtungsmöglichkeiten, die möglichst nah an unserer Route lagen. Für den heutigen Tag bedeutete das: Die Etappe führte uns bis nach Söderbärke – etwas mehr als 300 Kilometer lagen vor uns.
Die Abschnitte auf dem Garmin wurden nun deutlich länger, bevor ein neuer Abbiegehinweis kam. Das führte dazu, dass wir immer häufiger durch dünn besiedelte Gegenden fuhren, in denen die Chancen auf einen Kaffee am Morgen oder einen Supermarktbesuch ziemlich gering waren. An diesem Tag mussten wir über 80 Kilometer zurücklegen, ehe wir die Möglichkeit für eine Pause mit Kaffee und Einkauf fanden. Glücklicherweise hatten wir uns am Vorabend ausreichend mit Proviant eingedeckt und konnten so auch längere, versorgungsarme Abschnitte problemlos überstehen.
Die Strecke selbst führte uns vorbei an endlosen Wäldern, großen Seen und den für Schweden so typischen roten Holzhäusern. Auch der ein oder andere Regenschauer ließ sich nicht vermeiden, doch mittlerweile beeindruckten uns solche Wetterkapriolen kaum noch.
Eine besondere Motivation lieferten die vielen aufmunternden Nachrichten und Anfeuerungen aus der Heimat, die immer wieder auf meinem Garmin aufleuchteten. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen meine Tour verfolgten und mitfieberten – darunter sogar Freunde von Freunden, denen ich bisher noch nie begegnet war. Diese Unterstützung allein machte das Aufgeben unmöglich.
Die letzten Kilometer des Tages zogen sich in die Länge, da der Wind auffrischte und wir immer wieder kleinere Anstiege zu bewältigen hatten. Dennoch konnten wir die beeindruckende Natur und die besondere Stille genießen, die nur gelegentlich vom Zwitschern der Vögel unterbrochen wurde. Kurz vor Söderbärke wurde die Landschaft noch einmal besonders reizvoll: Weite Ausblicke über Wiesen und spiegelglatte Seen entschädigten uns für die Anstrengungen des Tages.
Nach einem wohlverdienten Kaffee und einem Einkauf ging es schließlich weiter in Richtung Unterkunft – oft über kilometerlange, gerade Strecken dem Horizont entgegen. In Söderbärke wurden wir herzlich von unseren Gastgebern empfangen, die uns alles zeigten und unsere Räder sicher in der Garage unterbrachten.
Nach dem vertrauten Ritual aus Duschen, Wäsche waschen und Essen widmeten wir uns der Planung der kommenden Etappe und suchten eine geeignete Schlafmöglichkeit. Das Ziel für den nächsten Tag stand ebenfalls schon fest: Es sollten knapp 300 Kilometer bis nach Delsbo werden.

Schlafplatz unserer Fahrräder
