Sechste Etappe vom NC4K von Degeberga nach Gränna 303,55km 11:51:46Std.
Die erste Nacht in Schweden und die Etappe nach Gränna
Die erste Nacht in Schweden war zwar kurz, aber dennoch konnten wir gut schlafen. Nach dem üblichen Frühstück, das diesmal aus den Resten des Abendessens bestand, starteten wir bereits gegen 6:00 Uhr wieder auf unsere Räder. Für diesen Tag hatten wir uns einiges vorgenommen: Über 300 Kilometer lagen vor uns, mit dem Ziel Gränna, wo wir das dritte Gate erreichen wollten. Allerdings war uns bereits klar, dass wir keinen Stempel mehr erhalten würden, da wir erst am Abend dort ankommen würden und die Touristinfo dann schon geschlossen hätte. Das stellte jedoch kein Problem dar, denn der Veranstalter konnte dank GPS-Ortung nachvollziehen, dass wir das Gate tatsächlich passiert hatten.
Wie auch an den vorherigen Tagen mussten wir zunächst etwa 60 Kilometer absolvieren, bevor wir die Gelegenheit fanden, einen Kaffee zu trinken und Lebensmittel einzukaufen. Der Tag bescherte uns bestes Wetter: Rückenwind und Sonnenschein sorgten dafür, dass wir zügig vorankamen. Die Strecke führte uns vorbei an zahlreichen roten Schwedenhäusern, durch endlose Wälder und an einer Tankstelle mit dem bemerkenswerten Namen „Ingo“.
Zu den landschaftlichen Höhepunkten zählten die ersten großen Seen, unter anderem der Vidösternsee und der imposante Vätternsee, an dessen Ufer auch unser Tagesziel Gränna lag. Ich stellte mir vor, wie entspannt es wäre, einfach gemütlich am See entlang zu rollen – doch diese Hoffnung war verfrüht. Kurz vor Gränna führte die Strecke noch einmal steil bergauf, sodass wir ordentlich Höhenmeter sammeln mussten.
Gränna begrüßte uns schließlich mit Sonnenschein und vielen hübschen kleinen Läden. Überall wurden die berühmten Zuckerstangen angeboten, für die der Ort bekannt ist. Leider blieb keine Zeit für einen ausgedehnten Bummel oder Sightseeing. Stattdessen besuchten wir noch schnell den Supermarkt, wo wir auf einige interessierte Deutsche trafen, die neugierig nach unserer Herkunft und unserem weiteren Weg fragten. Unsere Erzählungen sorgten für großes Staunen.
Voll ausgerüstet machten wir uns auf den Weg zur Unterkunft. Dort erwartete uns ein kleines, einladendes Schwedenhaus mit herrlichem Blick auf den See und den Sonnenuntergang. Die Gastgeberin war ausgesprochen herzlich, zeigte uns alles und konnte kaum glauben, was wir noch vorhatten. Nach einer erfrischenden Dusche und dem Waschen der Wäsche ließ ich mir das Abendessen auf der Terrasse schmecken – es gab wie so oft Wraps, dazu etwas Obst und ein süßes Stückchen.
Der Blick auf den funkelnden See und die angenehme Ruhe nach einem langen Tag sorgten für einen gelungenen Abschluss. Die Gedanken schweiften bereits zu den kommenden Etappen und den bevorstehenden Herausforderungen. Nach einem kurzen Gespräch über die Route für den nächsten Tag ließen wir den Abend entspannt ausklingen und genossen die friedliche Atmosphäre des kleinen Schwedenhauses.

Gate Gränna
